Die Amygdala (oder der Mandelkern)

 

 

Die Amygdala (Mandelkern) ist der eigentliche Hauptakteur innerhalb des limbischen Systems, der unsere Emotionen und Erinnerungen in vielfacher Weise beeinflusst - gerade, wenn Angst oder Wut im Spiel sind. Die Amygdala ist mit verschiedenen Strukturen im Gehirn bestens vernetzt, vor allem mit dem Hirnstamm und dem Hypothalamus.

 

 

Der Hirnstamm

Der Hirnstamm (entwicklungsgeschichtlich der älteste Teil unseres Gehirns) kontrolliert und reguliert über Nervenbahnen überlebensnotwendige Vorgänge wie Atmung, Herzfrequenz und die Regulierung der Gefäße (und damit auch den Blutdruck). Er ist auch die entscheidende Schaltzentrale für bedeutende Reflexe wie Schlucken, Brechen oder Husten. Der Hirnstamm löst also automatische Verhaltensreaktionen aus. Die Amygdala kann darauf Einfluss nehmen und passt Funktionen wie Atmung oder Kreislauf der jeweiligen Situation an. Sie sorgt dafür, dass uns das Herz bis zum Hals schlägt, wenn wir Angst haben. 

 

 

Der Hypothalamus 

Der Hypothalamus ist die Vermittlungsstelle zwischen unserem Nervensystem und unserem Hormonsystem. Beide Systeme sind an der körperlichen Reaktion, die mit dem Gefühl "Angst" verbunden ist, beteiligt. Die Hormone, die der Hypothalamus bei Bedarf über die Hypophyse entsenden kann, steuern zum Beispiel den Schlaf-Wach-Rhythmus, das Gefühl für Hunger und Durst, die Regulation der Körpertemperatur, aber auch Sexualtrieb und Schmerzempfindung. Meldet die Amygdala also "Angst", reagiert der Hypothalamus sofort: Irgendeinen Grund wird die Angst doch haben, auf die der Körper vorbereitet sein muss - und schickt Stresshormone wie Adrenalin los. Der Blutdruck und die Herzfrequenz steigen usw. Der Körper ist jetzt optimal auf Kampf oder Flucht vorbereitet. 

  

Die Amygdala steht auch in unmittelbarer Verbindung mit dem Bereich der Großhirnrinde, der für die Geruchswahrnehmung zuständig ist (auch "Riechhirn" genannt). Das ist ein Erbe aus der Zeit, als sich Raubtiere noch über ihren Geruch verrieten (und wir vermutlich noch einen besseren Geruchssinn hatten). Vielleicht können wir deshalb heute auch noch den ein oder anderen Menschen "nicht riechen", wenn wir ihn eigentlich nicht leiden können. Die Amygdala verbindet sofort den Geruch (in diesem Fall des Raubtieres) mit einer Emotion ("Angst"). Daraus entsteht wieder die Mobilisierung des Körpers für Kampf oder Flucht. 

Aber auch mit den anderen sensorischen Arealen - also Schmecken, Sehen, Hören und Fühlen, der Großhirnrinde steht die Amygdala in Verbindung. Dieser Weg führt aber indirekt über den Thalamus. 

 

Es gibt übrigens noch andere Vorteile, dass wir Gerüche ungefiltert wahrnehmen: Die Aromatherapie macht sich diesen Effekt zu nutze. So können uns gewisse Gerüche nicht nur warnen sondern auch beruhigen. Sucht euch zum Beispiel euren Lieblingsduft unter den vielen verschiedenen ätherischen Ölen aus. Lavendel und Melisse gelten zum Beispiel als beruhigend. Ihr findet hier das Rezept für einen Lavendel-Brustwickel, der beruhigt und beim Einschlafen hilft und nebenbei noch gut für die Bronchien ist - solltet ihr erkältet sein.