Agoraphobie oder Platzangst

 

Der Begriff Agoraphobie leitet sich aus dem Griechischen ab (agora=Marktplatz, phobos=Furcht) und beschreibt ursprünglich die Angst, sich auf weiten, offenen Flächen zu bewegen (Marktplätzen). Daher wird dieses Beschwerdebild auch als Platzangst (also nicht zu verwechseln mit der Angst vor engen, geschlossenen Räumen, der Klaustrophobie) bezeichnet. 
Heute wird die Agoraphobie viel weiter gefasst und beinhaltet:

 

 

  • das Meiden öffentlicher Plätze
  • das Meiden von Menschenmengen
  • das Meiden von Situationen, in denen man sich nicht schnell an einen sicheren Platz, insbesondere nach Hause, zurückziehen kann
  • das Meiden, alleine oder an Orte in größerer Entfernung zu reisen.  

 

 

Bei der Agoraphobie besteht keine Angst vor der Situation an sich. Die Betroffenen fürchten viel mehr, im Falle eines Angstanfalls nicht aus der Situation flüchten zu können, auf Hilfe anderer angewiesen zu sein oder zu kollabieren. Daraus ergibt sich für den Agoraphobiker eine deutliche Bewegungseinschränkung. Im extrem Fall wird die Wohnung nicht mehr verlassen oder als Kompensationsmöglichkeit eine Begleitperson gebraucht. 30 Prozent der Betroffenen sind so stark durch ihre Erkrankung beeinträchtigt, dass sie ihren beruflichen und familiären Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können. 

 

Die Agoraphobie geht häufig mit Panikattacken einher und wird daher unterteilt in Agoraphobie mit und ohne Panikstörungen. Depressive und/oder zwanghafte Symptome können ebenfalls auftreten. Die Störung beginnt meist im frühen Erwachsenenalter und wird ohne angemessene Behandlung oft chronisch.